Serverkonsolidierung und Performance in den Außenstellen ist kein Widerspruch
Persönlicher Kunden-Service vor Ort, ausgelagerte Entwicklungsabteilungen oder Produktionsstätten, regionale Betreuung im Versicherungsbüro einer Landgemeinde, Besprechungen direkt auf der Baustelle - die Zahl der räumlich getrennten Standorte, an denen heute gearbeitet wird, wächst ständig. Die (mobilen) Mitarbeiter müssen von überall auf ihre gewohnten Applikationen und Daten zugreifen können.
Nutzer und Daten entfernen sich
Die in den letzten Jahren erfolgte Server-Konsolidierung hat dazu geführt, dass sich Nutzer und ihre benötigten Informationen immer weiter voneinander entfernt haben. Wie sollen Unternehmen nun diese neue Herausforderung meistern: Zum einen wollen sie Standortvorteile nutzen, zum anderen sind die Daten immer weiter entfernt und müssen entsprechend schnell und verlässlich an die Außenstellen transportiert werden.
Lösungs-Design aus drei Säulen
Weit vernetzte Unternehmen müssen auf zwei Schlüsselfaktoren achten, damit die Mitarbeiter ihrer täglichen Arbeit ohne Beeinträchtigung nachgehen können: Performance der Anwendungen und Verfügbarkeit der Leitungen. Nur ein individuell abgestimmtes Lösungs-Design aus den drei Säulen VPN-Systeme, Loadbalancing und WAN-Beschleuniger bringt den vollen Nutzen.
- VPN ermöglicht die Einbindung von Geräten der Filialen oder auch von Außendienstmitarbeitern in das eigene Unternehmensnetzwerk.
- Loadbalancing stellt sicher, dass Websites und Internet-Zugänge dem zunehmenden Datenverkehr gewachsen sind und rund um die Uhr sowie mit raschen Antwortzeiten zur Verfügung stehen.
- WAN-Beschleuniger nutzen zwei Ansatzpunkte: Zum einen werden zur Kompensation der hohen Latenzzeiten Technologien eingesetzt, wie Kompression, Protokoll-Optimierung, Byte-Caching und Objekt-Caching, zum anderen wird weniger geschäftskritischer Verkehr gedrosselt (Quality of Service).
Anwendungsbeispiele und Szenarien
Mit welchen Problemen sehen sich Unternehmen konfrontiert und wie können diese gelöst werden?
- Die Latenzzeiten vor allem in Außenstellen, die außerhalb von Österreich liegen, sind erfahrungsgemäß hoch. WAN-Beschleunigung ist in diesem Fall wirtschaftlicher als das Aufstocken von Bandbreite und löst auch das ursächliche Problem, denn gewisse Protokolle sind oft nicht für den Einsatz über WAN ausgelegt (z.B. CIFS von Microsoft).
- e-business Lösungen wie Portale, über die Bestellungen oder andere kritische Geschäftsprozesse laufen, erfordern maximale Verfügbarkeit. Ausgehend von einer Bewertung der möglichen Risiken muss hier ein Szenario mit mehreren redundanten Providern erstellt werden. Ein entsprechend intelligentes System steuert die Lastverteilung dynamisch und wählt jeweils den schnellsten Provider aus.
- Ähnliches gilt wenn die Außenstellen über MPLS vernetzt sind: Gibt es nur einen Provider, so führt ein Ausfall der Verbindung zu einem totalen System-Stillstand. Auch hier muss ein Szenario mit mindestens zwei Providern und dem Aufbau eines zweiten Verbindungswegs erstellt werden. Ein weiteres Ausfalls-Szenario könnte sich aus dem Einsatz von Funkverbindungen über Technologien wie HSDPA ergeben.
- Die Datensicherung stellt eine wichtige Aufgabe im Hintergrund dar: Das Replizieren von Daten muss innerhalb eines gewissen Zeitfensters verlässlich erledigt sein, damit die volle Bandbreite wieder den Anwendungen und Daten zur Verfügung steht.
- Mails die vom Exchange Server abgerufen werden (MAPI), führen Montag früh zu einem vorhersehbaren Engpass, wenn sich alle Benutzer gleichzeitig anmelden. Die empfohlene Lösung ist ein System, das in der Nacht davor selbsttätig die Mails in die Außenstellen sendet; damit wird die WAN-Belastung verteilt.
Serverkonsolidierung in Unternehmen mit verteilten Standorten muss nicht zwangsweise einen Verlust an Performance für die Benutzer in den Außenstellen bedeuten. Ein individuell abgestimmtes Lösungs-Design für das Netzwerk stellt den Mitarbeitern und damit den Kunden die unternehmenskritischen Anwendungen weiterhin in gewohnter Qualität zur Verfügung.
